Angeschaut
Ich bekomme immer wieder Anfragen, warum der Versand von Waffen so teuer ist (aktuell 30,-) – Versender XY (Post/DHL/Hermes/etc…) würden es auch günstiger anbieten.
Beim Versand von Waffen sind zwei Dinge ganz klar zu beachten:
1. Muß das Transportunternehmen einen Versand von Waffen akzeptieren. Viele Unternehmen schließen dies aber in Ihren AGBs schon aus. Bei anderen geht dies nur mit entsprechenden Zusatzleistungen (Express, Eigenhändig, etc…), was den Preis relativ rasch mehr als deutlich in die Höhe treibt.
2. Das Transportunternehmen muß garantieren, daß die Waffe nur der berechtigte Empfänger ausgehändigt bekommt. Dies beinhaltet natürlich eine Identitätsprüfung. Denn der Versender haftet persönlich dafür, daß die Waffe nur der Berechtigte erhält. Bei vielen Paketdiensten (so auch DHL) kann aber der Empfänger einen Dritten bevollmächtigen, das Paket für ihn im Empfang zu nehmen. Und dann wird die Waffe einem waffenrechtlich evtl. Unberechtigten ausgehändigt, was einen Verstoß gegen §34 WaffG darstellt (§ 52 Abs. 3 Nr. 4 WaffG, Überlassen an einen Nichtberechtigten). Für diesen Verstoß (der mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet wird – mit entsprechenden Folgen für die waffenrechtliche Zuverlüssigkeit) haftet jetzt aber nicht der ursprüngliche Empfänger, der die Vollmacht erteilt hat, sondern der, der das Paket mit einem Kurierdienst verschickt hat, bei dem so etwas vorkommen kann…
Fazit – Waffen sollten prinzipiell nur mit Kurierdiensten wie Overnite (die für den Waffenversand auch entsprechende Tarife anbieten) versendet werden, die a) darauf eingerichtet sind und b) bei denen eine Übergabe ausschließlich an den waffenrechtlich Berechtigten selbst sichergestellt ist.